Erfahrungsbericht einer Lehramtstudentin zum Förderkonzept im Rahmen einer Hausarbeit Die Georg-Müller-Grundschule (im weiteren Verlauf des Berichts mit GMS abgekürzt) in Gevelsberg ist eine private evangelische Grundschule in freier Trägerschaft, an der zweizügig unterrichtet wird. Die GMS ist eine integrative Grundschule, an der eine Sonderpädagogin arbeitet, um die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf optimal zu fördern. In jeder Klasse sind im Durchschnitt zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die dann, neben dem Klassenunterricht, an dem sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv teilnehmen, von der Sonderpädagogin in Kleingruppen unterrichtet werden. Den Lehrerinnen und Lehrern der GMS ist es wichtig, jedes einzelne Kind, so weit wie möglich, individuell zu fördern. Deshalb werden pro Woche etwa 27 Förderstunden angeboten, sowohl für lernschwache, als auch für lernstarke Kinder. Außerdem wird es besonders leistungsstarken Kindern ermöglicht, in den Hauptfächern am Unterricht der jeweils höheren Klasse teilzunehmen. Im Nachmittagsbereich werden auf freiwilliger Basis Hausaufgabenbetreuung und verschiedene AGs, wie zum Beispiel Blockföten-AG, Fußball-AG oder Forscher-AG angeboten. Mein Mentor Herr F., der gleichzeitig auch Schulleiter der GMS ist, unterrichtet hauptsächlich in der Klasse 4b, in der ich dann auch meine Praxisphase absolvierte. Die Klasse 4b besteht aus 15 Schülerinnen und 13 Schülern, zwei der Kinder kommen aus einem Elternhaus mit Migartionshintergrund. Da in dieser Klasse kein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf beschult wird, wurde es mir zusätzlich ermöglicht, einige Stunden am Unterricht der Sonderpädagogin teilzunehmen. Meine Wahl auf die GMS als Praktikumsschule fiel aus verschiedenen Gründen, die ich im Folgenden kurz darstellen möchte: Zunächst einmal weckte das intensive Förderprogramm der Schule mein Interesse. Da ich solch ein Programm an keiner meiner bisherigen Praktikumsschulen beobachten konnte, faszinierte es mich mitzuerleben, wie regelmäßig Klassen geteilt und in Kleingruppen unterrichtet wurden, um eine annähernd optimale Förderung gewährleisten zu können. Außerdem war ich daran interessiert, die Kooperation zwischen LehrerInnen und Sonderpädagogin an einer integrativen Grundschule kennen zu lernen. Während meines Praktikums an einer Grundschule in England habe ich zwar schon integrativen Unterricht beobachten können, dort war jedoch nicht eine gesonderte Fachkraft für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf eingestellt. Da vermehrt ein Trend hin zu Integration und weg von Selektion zu beobachten ist, hielt ich es für sinnvoll, dies im Schulalltag einmal aktiv mitzuerleben, um mich auch auf diese Art und Weise auf das Ausüben meines späteren Berufes vorzubereiten. Ein letzter Grund für meine Entscheidung für die GMS als Praktikumsschule ist, dass ich das Leben an einer Privatschule im Gegensatz zu dem an staatlichen Schulen kennen lernen wollte und herausfinden wollte, inwiefern das christliche Profil der Schule den Schulalltag prägt. Ich war beeindruckt, wie den Kindern früh christliche Werte vermittelt wurden, jedoch ohne ihnen etwas aufzuzwingen. Authentisch gelebter Glaube der Lehrkräfte sorgte für eine sehr positive und anregende Lernatmosphäre. Gevelsberg, 07.02.2007 |